Fallstudie
Garden Intelligence ist ein fiktives Unternehmen aus dem Bereich smarte Gartentechnik — genau die Art von Firma, die genauso gut in Konolfingen, Burgdorf oder Sumiswald ansässig sein könnte. Für dieses Projekt habe ich den gesamten Branding-Prozess durchgespielt: von der Auftragsanalyse über Moodboard, Farb- und Schriftwahl bis hin zu drei verschiedenen Logo-Konzepten.
Garden Intelligence wurde in den 2000er-Jahren mit einer einfachen Idee gegründet: den Garten smarter machen. Was mit einem ersten Mähroboter-Modell begann, ist heute ein wachsendes Portfolio an intelligenten Gartenlösungen — von autonomen Mähsystemen über automatische Bewässerungsanlagen bis hin zu sensorgestützter Gartenüberwachung, alles steuerbar per App.
Die Zielgruppe sind Hausbesitzer, die ihren Garten gepflegt wissen wollen, ohne jeden freien Samstag damit zu verbringen. Garden Intelligence liefert die Technik, die das möglich macht.
Mit dem Wachstum der letzten Jahre — mehr Produkte, mehr Kunden, mehr Sichtbarkeit — wurde eines immer deutlicher: Der bisherige Auftritt hielt nicht mehr mit. Ein einfacher Schriftzug, keine klare visuelle Identität, kein Logo, das auf einem Produkt, einer App oder einem Messebanner gleichermassen funktioniert. Garden Intelligence war bereit für den nächsten Schritt.
Garden Intelligence kam mit einem klaren Wunsch: ein professionelles, zeitgemässes Erscheinungsbild, das zum aktuellen Auftritt der Firma passt.
Der konkrete Wunsch ist ein neues Logo. Eines, das auf verschiedenen Medien funktioniert, die Marke klar positioniert und den Charakter von Garden Intelligence trifft — modern und technisch, aber nicht kalt. Garden Intelligence verkauft keine Industrieroboter, sondern smarte Lösungen für den eigenen Garten. Das sollte man spüren.
Bevor der erste Strich gezeichnet wird, geht es ums Gefühl. Was soll die Marke ausstrahlen? Welche Bilder, Farben und Stimmungen passen zu Garden Intelligence?
Das Moodboard zeigt die visuelle Welt, in der sich die Marke bewegen soll: satte Grüntöne, warmes Sonnenlicht, gepflegte Gärten — aber gleichzeitig klare Linien, technische Präzision und die Ruhe, die entsteht, wenn Technik im Hintergrund arbeitet und der Mensch einfach geniessen kann. Natur und Technologie — kein Widerspruch, sondern das Versprechen der Marke.
Die Farben wurden direkt aus der Bildwelt von Garden Intelligence abgeleitet — nicht willkürlich gewählt, sondern aus den eigenen Produktfotos extrahiert. So entsteht eine Palette, die organisch zur Marke gehört.
Dominiert wird sie von satten, tiefen Grüntönen — von fast Schwarzgrün bis hin zu einem frischen Frühlingsgrün. Als Akzent kommt ein warmes Sonnengelb dazu, das Energie und Wärme einbringt, ohne die technische Seite der Marke zu übertönen. Ein helles Beige rundet die Palette als neutraler Hintergrund ab. Das Ergebnis: eine Farbwelt, die sofort an Garten und Natur denkt, aber nie verspielt oder kindlich wirkt.
Auch bei der Typografie spiegelt sich der Charakter der Marke wider: zwei Schriften, die auf den ersten Blick unterschiedlich sind — und genau deshalb gut zusammenpassen.
Avenir Next übernimmt den technischen Part. Klar, geometrisch, gut lesbar — eine Schrift, die Kompetenz und Präzision ausstrahlt, ohne kalt zu wirken. Sie steht für den «Intelligence»-Anteil der Marke.
Fraunces Italic bringt das Organische rein. Mit ihren charakteristischen, leicht eigenwilligen Serifen und der kursiven Haltung erinnert sie an Wachstum, Natur und Handwerk. Sie steht für den «Garden»-Anteil.
Zusammen erzählen die beiden Schriften genau die Geschichte, die Garden Intelligence erzählen will: Natur, die von Technologie unterstützt wird.
Bevor es an den Computer geht, kommt Stift und Papier. Eine einfache Skizze ist der schnellste und unkomplizierteste Weg, seine Vorstellungen zu visualisieren und sofort zu merken, ob eine Idee funktionieren kann oder nicht.
Für Garden Intelligence habe ich mich in dieser Phase bewusst für drei grundlegend unterschiedliche Ansätze entschieden — um am Schluss auch Möglichkeiten aufzeigen zu können, ohne dass alles gleich aussieht.
Kleiner Hinweis am Rande: Ich habe nie behauptet, ein grosser Künstler mit dem Bleistift zu sein. Die Skizzen erfüllen ihren Zweck — und das zählt.
Was als Idee im Kopf begann und als Skizze funktioniert hat, findet in diesem Schritt seinen Weg zum digitalen Logo — Proportionen, Farben, Feinheiten. Und manchmal auch, was nicht funktioniert und neu gedacht werden muss.
Schriftzug
Jetzt, wo die Varianten fertig sind, geht es damit zum Kunden. Die Führung von Garden Intelligence hat ihre Meinung von ursprünglich einem Logo für alles nun geändert und sich für ein Logosystem entschieden. Zwei Varianten, die jede für sich ihren speziellen Anwendungsbereich findet.
Als primäre Wortmarke für den grossen Auftritt (Website, Werbung, Briefkopf) wurde der Schriftzug gewählt. Warm, zugänglich, sofort lesbar — ideal für alle Kontexte, in denen die Marke als Ganzes präsentiert wird.
Für die Produkte selbst, die App und kleine Flächen wie Arbeitskleidung oder Verpackung kommt das Monogramm zum Einsatz. Kompakt, präzise, auch auf kleinstem Raum erkennbar.
Ein Logo ist erst dann wirklich fertig, wenn man sieht, wie es in der Praxis funktioniert. Auf einer Visitenkarte, auf dem Produkt selbst, auf der Website — jeder Kontext stellt andere Anforderungen, und ein gutes Logo besteht sie alle.
Hier ein erster Eindruck, wie das Logo-System von Garden Intelligence in der Anwendung aussehen könnte.
Neben dem Logo-System gehört auch klassische Werbung zum Auftritt einer Marke. Für Garden Intelligence hab ich eine Produktanzeige für den fiktiven Mähroboter «Sense One» entworfen — inklusive Mockup, wie sie vor einem Baumarkt aussehen könnte.